2020




   
August - Oktober

Nachdem die zweite Welle zu über 700 Toten geführt hat, ist Australien jetzt fest entschlossen das Virus hierzulande auszurotten.
Seit Juli durfte man nur 1h pro Tag die Wohnung verlassen und muss in einem 5km Radius bleiben. Freunde zuhause treffen ist verboten, und Restaurants, Pubs und nicht-essentielle Geschäfte sind alle zu bzw. dürfen nur zum Mitnehmen anbieten. Ab 20 Uhr abends gilt Ausgangssperre. Zur Arbeit fahren ist auch stark eingeschränkt, so dass nun sogar ich von zuhause arbeiten darf.
Und sobald man die Wohnung verlässt herrscht strikte Maskentragepflicht.

Jetzt im Oktober gab es geringe Lockerungen und die Zahl der täglichen Neuinfektionen ist auf ~10 pro Tag heruntergegangen. Da nun auch langsam der Frühling Einzug hält hoffen nun alle dass man bald wieder mehr unternehmen darf. Zum Sommer hin kann man sich womöglich wieder innerhalb Australiens frei bewegen, so die derzeitige Planung. Und obwohl Länder wie Neuseeland, oder die südpazifischen Inselstaaten, die alle corona-frei sind, eventuell auch bald wieder bereist werden können, sieht es weiterhin finster aus mit Reisen nach Europa. Die australische Regierung genehmigt diese nur in streng definierten Ausnahmefällen; man will halt nicht dass die Leute durch die Weltgeschichte reisen und das Virus von aussen wieder mit nach Hause bringen. Vermutlich wird dieses Verbot auch erst aufgehoben werden wenn es eine verlässliche Impfung gibt...

So machen wir es uns halt zuhause gemütlich und bleiben elektronisch in Kontakt mit unseren Leuten. Auch unsere Tradition, jeden Freitag ein neues Gericht auszuprobieren, pflegen wir weiter. Da sind dann oft leckere Bento-Boxen von einem der zahlreichen lokalen japanischen Restaurants dabei, aber auch vieles andere.


Mitunter gönnen wir uns auch mal abends oder am Wochenende ein paar Leckereien, wie hier einen mexikanischen Taco-Abend oder einen High-Tea, welchen wir von Freunden geschenkt bekommen haben.


Und dann hat Stephanie die Tage weissen Spargel auf dem Markt gefunden - zum ersten Mal seit wir in Australien sind, normalerweise gibt es den hier nicht!
Das ergab einen kulinarischen Festschmaus.





Damit wir durch das viele Schlemmen aber nicht fett werden sondern sportlich und durchtrainiert bleiben, machen wir mehrfach pro Woche eine halbe Stunde ein Fitness-Programm nach Anleitung.

Und so sieht's arbeitstechnisch bei uns aus: links meine Arbeitsecke, und rechts Stephanies Arbeitszimmer.





   
Juli

Das Coronavirus hat sich wieder mit Schwung zurückgemeldet in Melbourne
. Aktuell sind wieder Restriktionen in Kraft und man darf nur zum Einkaufen und Arbeiten die Wohnung verlassen. Mittlerweile bin ich wieder bei 4 Tagen Arbeit die Woche, aber das lässt immer noch Gelegenheit jeden Freitag ein besonderes Mittagessen von wechselnden Restaurants in der Nähe zu probieren, während wir es uns ansonsten in unserer schönen neuen Wohnung wohlsein lassen.





   
Wanderungen Juni

Auch im Juni haben wir weitere Wanderungen mit unseren Freunden gemacht. Ein Ausflug führte uns nach Aireys Inlet an der Küste, wo wir im Küsten-Hinterland eine mehrstündige Wanderung gemacht haben.

Stephanie hat sich die Mühe gemacht leckeres Essen für die ganze Truppe zu organisieren und als Überraschung für alle haben wir dann mit dem Campingkocher die Brühe warmgemacht und Dips und vietnamesisches Essen serviert. Nach dem frühen Aufstehen zum Sonnenaufgang waren wir gegen Mittag dann auch recht hungrig!

Dann haben wir noch einen Abstecher zu Meer gemacht, und zwei von uns sind tatsächlich trotz der winterlichen Temperaturen ins Meer gesprungen bevor wir dann noch in einen nahegelegenen Pub eingekehrt sind um uns zu stärken und mit lokalem Bier einzudecken.




Zwei Wochen später dann habe ich für ein viertägiges langes Wochenende ein großes Ferienhaus in der Nähe des Nationalparks Wilson's Promontory an der Küste östlich von Melbourne gebucht, mit herrlichem Ausblick über die Küste bis zum Nationalpark, und inklusive einer lokalen Gruppe Kängurus.



Mit 6 Freunden haben wir es uns dort in dem Haus bei Kaminfeuer und gutem Essen gutgehen lassen, während wir tagsüber im Nationalpark gewandert sind.





Wilson's Prom bietet herrliche Strände, wilde Landschaft und schöne Berge und Aussichtspunkte die wir erwandert haben.




Bei meinem nunmehr dritten Besuch hier haben wir endlich auch ein paar Wombats gesehen - die haben sich bisher immer rar gemacht obwohl es hier im Nationalpark von ihnen nur so wimmeln soll.



Und an diesem schönen Strand hier gab es dann auch ein ganz besonderes Ereignis :-)



Es war ein rundum schönes Wochenende, genau das richtige in einer Zeit der Einschränkungen!






   
Wanderungen März / Mai

Eine der letzten erlaubten Unternehmungen, und auch eine der ersten wieder erlaubten Unternehmungen vor bzw. nach der harten Ausgangssperre war es die Wohnung zu Zwecken der körperlichen Ertüchtigung in freier Natur zu verlassen, wozu auch Wanderungen zählen.
Wir haben daher im März und Mai alleine oder mit Freunden diverse mehrstündige Wanderungen in Nationalparks (Werribee Gorge und Lerderderg Gorge) ca. 1h von Melbourne entfernt gemacht.
Dafür sind wir auch schonmal vor Sonnenaufgang aufgestanden um die Wanderung machen zu können bevor dann später am Tage die Menschenmassen in den Nationalpark einfielen.

Nach Ankunft am Zielort noch schnell ein wärmender Kaffee getrunken und dann konnte es losgehen. Früh morgens war es ja auch noch sehr frisch, mit teilweise unter 4 Grad.


Über Stock und über Stein ging es!



Am Wasser vorbei und durch das Wasser!

 


Und schöne Aussichtspunkte haben wir auch mitgenommen.


Da wurde der Quarantäne-Speck erfolgreich bekämpft!




   
Ausgangssperre März - Mai

Mit zunehmenden Einschränkungen durch das Coronavirus durfte man am Ende nur noch die Wohnung verlassen um Nahrung zu erwerben oder arbeiten zu gehen (letzteres auch nur wenn man aus welchen Gründen auch immer nicht von zuhause arbeiten konnte).
In meiner Firma war ich einer derjenigen der trotzdem ins Büro fahren durfte um die Dinge am Laufen zu halten, während die meisten Leute dann (nach anfänglich hartem Widerstand des Chefs) doch weitgehend von Zuhause arbeiten konnten.
Aber da ich ja mein eigenes Büro habe in das ich mich zurück ziehen und von anderen Leuten fernhalten konnte fand ich es nicht ganz so schlimm. Seit April wird bei uns auch nur 3 Tage die Woche gearbeitet - finanziell natürlich nicht erfreulich, aber 4 Tagen Wochenende kann ich durchaus etwas abgewinnen...
Wir hatten uns darauf gefreut in der neuen Wohnung die ganzen neuen Restaurants in der Gegend erkunden zu können, aber das fiel dann ja erstmal aus. Viele Restaurants haben allerdings Takeaway-Essen angeboten, so dass wir es zur Tradition gemacht haben uns jede Woche von einem anderen Restaurant etwas zu holen und dann zuhause einen schönen Abend zu haben.


Ostern wurde ebenfalls gemütlich zuhause verbracht, mit traditionellem Osterzopf und gefärbten Eiern.

Auch das jährliche Bierfestival hat natürlich im Mai nicht wie sonst stattgefunden, so dass ich mein eigenes Bierfestival gemacht habe mit einer Auswahl verschiedenster Biere. Die lokalen Kleinbrauereien durften auch weiter Türverkäufe machen und auch die Getränkeläden hatten weiterhin offen, die Versorgung war also gesichert.
 



   
Neue Wohnung

Hier ein paar Bilder von unserer neuen Wohnung in Collingwood. Gute Lage mit vielen Restaurants und Kneipen in der Nähe, zwei große Supermärkte (einer davon direkt im Erdgeschoss), aber dennoch ist die Wohnung sehr ruhig gelegen da sie nach hinten zur Seitenstraße herausgeht. Im dritten Stock gelegen haben wir auch eine gute Aussicht vom Balkon aus, und genießen die Morgensonne. Bis ca. 14 Uhr haben wir Sonne auf dem Balkon.
Es ist eine Drei-Zimmer-Wohnung, d.h. wir haben nun auch ein Extrazimmer um Gäste beherbergen zu können.
Hier ist das Wohnzimmer von der Eingangstür gesehen, mit Balkon geradeaus, zweites Zimmer vorne rechts, Tür zum Schlafzimmer rechts, und ausserhalb des Bildes ganz links die Küchenecke und ganz rechts geht es zum Badezimmer.



Schlafzimmer mit seitlicher Arbeitsnische und Fenster zum Balkon.





Die nächsten zwei Straßenblöcke vor unserem Balkon sind auch denkmalgeschützt (ehemalige Industriegebäude wo jetzt Wohnungen drin sind), so dass uns auch so schnell kein neues Hochhaus direkt vors Fenster gesetzt werden kann.






   
Januar - März

Nach Monaten erfolgloser Suche und Zu-Kurz-Kommen bei Versteigerungen haben wir dann unerwartet eine schöne Wohnung zu einem bezahlbaren Preis kaufen können, und auch den ganzen Papierkram und den Umzug haben wir über die Bühne bekommen bevor dann hier der Coronavirus das öffentliche Leben lahmlegte
.

Mitte Januar, in mitten der Sommerferien, hat ein Wohnungsbesitzer aus Singapur entschieden so schnell wie möglich seine Investment-Wohnung hier zu verkaufen. Die Wohnung war nur für 2 Tage zur Besichtigung offen, und an ein und demselben Tag haben wir morgens angerufen, abends besichtigt, dann zuhause kurz beraten, um 21 Uhr dem Agenten unser Angebot zugeschickt und um 22 Uhr rief er uns an dass wir den Zuschlag bekommen haben. Den Ausschlag hat gegeben dass wir zwar zum einen auch einen angemessenen Preis geboten haben, andererseits aber im Wissen darum dass der Eigentümer so schnell wie möglich verkaufen wollte haben wir eine kürzere Übergabefrist angeboten als alle anderen Interessenten.
Mitte März konnten wir dann einziehen. Erstaunlich wie immer wieviel Kram man selbst in einer kleinen Wohnung anhäufen kann. Da war das Auto einige Male voll geladen - nur für die großen und schweren Sachen haben wir dann Umzugshelfer gemietet.



Unsere Vögel waren natürlich wenig begeistert von unserem Wegzug - wir haben noch ein paar Extraportionen verteilt und dann die Futtermaschine abgebaut.
Kurz vorher war noch mit einem entflogenem Wellensittich ein seltener Gast aufgetaucht.





   
Februar

Ein paar Häuser weiter, in einem älteren kleinen Haus mit Innenhof, wohnen offenbar ein paar Studenten, die wir immer nur ziemlich bekifft gesehen haben. In ihrem Innenhof haben sie ein Netz angebracht (warum auch immer), und eines Tages gingen wir da vorbei und sahen dass sich zwei Regenbogenloris dort im Netz verfangen haben.
Da gab es kein Zögern- ab nach Hause, Leiter, Schere und andere Hilfsmittel geholt und sich an die Befreiung gemacht. Man konnte von der Straßenseite an die Vögel heran, aber auf Klingeln machte auch ein (sichtlich zugedröhnter und kaum ansprechbarer) Kerl auf der uns in den Garten reingelassen hat.
Der eine Lori war dann schnell befreit und flog auch gleich weg, der andere war offenbar schon länger dort im Netz und schon sichtlich geschwächt (hat aber trotzdem gut gezwickt wenn man ihm nahe kam). Er war dann zu schwach zum Wegfliegen, da haben wir ihn eingefangen und zum Tierarzt gefahren der ihn über Nacht da behalten hat.


Am nächsten Tag ist er dann jemandem übergeben worden der auf Wildvögel spezialisiert ist, und wir haben angerufen und gehört dass sich der Vogel wieder gut erholt hat.

Und natürlich haben wir die Bewohner von dem Haus bei der Gemeinde und beim Tierschutzbund an den uns die Gemeinde verwiesen hat angezeigt, und tatsächlich war dann wenige Wochen später das illegale Netz verschwunden.




   
Januar

Wie ja auch ausführlich in der deutschen Presse berichtet wird, sind dieses Jahr die Buschbrände besonders schlimm. Es ist schon eine Fläche größer als Belgien abgebrannt. Fast noch schlimmer als den Verlust an Häusern (zum Glück hatten die Brände bis zum Verfassen dieser Zeilen kaum Menschenleben gefordert) ist der Schaden für die Natur einzuschätzen. Brennen tut es ja überwiegend da wo auch was Brennbares ist, also in Nationalparks mit viel Büschen und Bäumen. Und bei den Flächen die betroffen sind wird das wohl einige Tier- und Pflanzenarten an den Rand des Aussterbens bringen.
Bei Melbourne gab es bisher nur ein kleineres Feuer nahe einem Vorort, ansonsten sind wir in unmittelbarer Umgebung bisher verschont geblieben. Aber obwohl die großen Feuer hunderte von Kilometern entfernt sind, wird bei passendem Wind der Rauch hierher getrieben. Da hatten wir schon ein paar Tage wo es draussen nach Lagerfeuer roch und die Sicht sehr eingeschränkt war.




Das hier sind noch nicht mal die schlimmsten Fotos, es war teilweise noch deutlich diesiger.



Dann hatten wir auch schon den einen oder anderen Tag wo es um die 40°C warm war. Da haben wir unseren gefiederten Freunden extra-kaltes Wasser in die Schale gefüllt, mit Eiswürfeln drin. Hier kann man sehen wie die Vögel am hecheln und trinken sind bei diesen Temperaturen!


Und unsere Possums die uns jeden Abend besuchen kommen sind mittlerweile so zutraulich dass sie uns aus der Tasse fressen. Das machen wir aber eher selten, normalerweise bekommen sie nur die Reste die die Vögel übrig gelassen haben (besonders die Rosinen mögen sie). Sie sollen ja nicht abhängig von uns werden!